Utopia – Die erste Sozialutopie – Lesetipp

Vor mehr als 500 Jahren schrieb Thomas Morus seinen Sozialroman “Utopia” und begründete damit das Genre der Sozialutopie. Utopia spielte laut Morus in der damaligen Zeit. Es war ein Reich im Meer, eine Insel, auf der die Utopia leben. Dort haben sie für die damalige Zeit sehr spannende gesellschaftliche Konzepte implementiert.

Thomas Daniell – Temple, Fountain and Cave in Sezincote Park (hat nichts mit Utopa an sich zu tun, für die Vorstellung ist es trotzdem sehr gelungen)

Die Utopier

Sie etablierten beispielsweise sehr einfache Gesetzestexte, für die man keinen Anwalt braucht. Generell kennen die Utopier keine Anwälte. Aus ihrer Sicht ist es die Aufgabe eines Gesetzestextes, jedem Bewohner verständlich zu sein. Ein weiteres spannendes Konzept in Utopia ist die Form der Gleichberechtigung. Die Rolle der Frau im 16. Jhd. (Link, Link, Link) war jedenfalls eine andere, als sie in Utopia beschrieben wird. Frauen ziehen mit ihren Gatten in den Krieg und sie können eine Priesterstelle annehmen. Auch in anderen Bereichen wie Rechtsprechung, Kriegsdienst, Ressourcen-Management und Erziehung haben die Utopier, im Kontext des Erscheinungsjahr, eine sehr reife Gesellschaftsordnung etabliert. Die Frage die wir uns stellen sollten: Wie würde eine Gesellschaft aussehen, wenn wir sie “from the scratch” (von Grund auf neu) implementieren könnten?

Genau aus diesem Grund ist Utopia von Thomas Morus eine Lese-Empfehlung. Soziale und wirtschaftliche Umwälzungen begleiten uns beständig. Das Buch gibt einen guten Impuls, um sich mit der damaligen und jetzigen Zeit auseinanderzusetzen.

Utopia von Thomas Morus (coloriert)

Utopia als Satire

Einige Forscher bezeichnen den Staatsroman auch als satirischen Streich. Einige Indizien deuten darauf hin. Unter anderem lässt sich der Name des Erzählers “Raphael Hythlodeus” im deutschen mit “Possenreißer” übersetzen. Des weiteren kann selbst der Name des Buches verschiedene Interpretiert (Outopia und Eutopia sind homophon) werden – nämlich als “glücklicher Ort” aber auch als “Nichtort”.

Was bleibt?

Egal ob Satire oder nicht – Utopia bietet dem Leser einen alternativen Staat und zeigt, welche Wege eine Gesellschaft nehmen kann. Einen Impuls zum Nachdenken über aktuelle Gesellschaftsstände bringt euch die kurze Utopia-Lektüre mit großer Sicherheit.

 

Zum Buch: Utopia von Thomas Morus